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Vor 15 Jahren trat die grüne Gentechnik in den USA ihren Siegeszug an. Doch der führt eigentlich direkt ins Verderben. So die Kernaussage des amerikanischen Professors Don Huber, der im Rahmen seiner Europareise in der mit 200 Besuchern mehr als vollen Aula des Rother Landwirtschaftszentrums referierte. Er befürchtet massive Gesundheitsschäden und den Zusammenbruch der Landwirtschaft in seinem Heimatland.
Zu dem Abend eingeladen hatte die Initiative „Zivilcourage Roth-Schwabach" gemeinsam mit dem Bund Deutscher Milchbauern (BDM) und der Jungzüchtervereinigung im Landkreis. Um seine Thesen zu unterstreichen, führte Huber zahllose Studien an und verwies auf beängstigende, zumindest zeitliche Analogien.
Denn habe es in den vergangenen 15 Jahren gravierende Auffälligkeiten zu verzeichnen gegeben. Beispielsweise einen geradezu explosionsartigen Anstieg der Zahl an autistischen Kindern in den USA. Auch chronische Darmentzündungen sowohl bei Mensch, Wie auch beim Tier haben laut Huber in diesem Zeitraum zugenommen. Bis vor 15 Jahren habe es zudem Probleme mit zu hohen Mangangehalten im Futter gegeben. Seither mache sich Manganmangel breit, mit tödlichen Folgen für die Tiere.
All dies könnte im Zusammenhang mit dem Startschuss für die Agro-Gentechnik in den USA stehen, ließ Huber zwischen den Zeilen durchblicken. Der renommierter Professor an der Perdue University in Idaho/USA war während der vergangenen 40 Jahre in wissenschaftlichen und militärischen Einrichtungen als Regierungsberater tätig: Er gilt als Experte für Pflanzenkrankheiten und hat deren Ausbreitung in den vergangenen Jahrzehnten besorgt verfolgt.
Das Jahr 1998 war auch für ihn ein besonderes. Denn damals entdeckten Wissenschaftler einen Mikroorganismus, der ebenso tödlich wie rätselhaft ist. Bis heute wisse man nicht, um was.es sich dabei genau handelt. Nur seine Wirkung kennt man: Unter anderem bei Pferden, Kühen, Schweinen, Schafen und Ziegen könne er zu Fruchtbarkeitsstörungen beziehungsweise zu vermehrten Abgängen führen.
Nachforschungen hätten ergeben, dass in den Ställen, wo jener Organismus besonders grausam wütete, dieser über das Futter in die Tiere gelangte. Und dieses habe oft aus hohen Dosen gentechnisch veränderter Sojabohnen bestanden. Einige Landwirte hätten darauf reagiert und auf genmanipulierte Futtermittel verzichtet: Daraufhin sei die Fruchtbarkeit in die Ställe zurückgekehrt.
Ein ähnliches Phänomen habe man in der Pflanzenwelt beobachten können. 2010 sei der Maisgürtel der USA von einer großflächigen Welkekrankheit erfasst worden. Vom Flugzeug aus habe man über Kilometer nur noch braune Flächen mit vor sich hin welkenden Mais sehen können. Allerdings gab es laut Huber immer wieder einmal grüne Tupfer zu entdecken. Es habe sich herausgestellt: Überall dort, wo es blühte, war dies gentechnisch unbehandelter Mais.
Fatale Konsequenz
Für ihn sind solche Phänomene eine logische Konsequenz der Agro-Gentechnik. Sie sei ein Stressfaktor, der das Ernte-Potenzial erheblich beeinträchtige, führte Huber aus.
Unter Stress hätten auch Mäuse gelitten, die im Rahmen einer Studie mit gentechnisch verändertem Getreide gefüttert wurden. Sie zeigten hohe Nervosität, massive Verhaltensstörungen und begannen in ihren Käfigen Rückwärtssaltos zu springen. Andere Mäuse, die genetisch nicht manipuliertes Getreide fressen durften, erwiesen sich hingegen als handzahm.
Noch erschreckender: Bei einer Studie mit schwangeren Frauen in Kanada seien zu einem hohen Prozentsatz in deren Blut sowie in dem der ungeborenen Kinder Spuren von manipulierten Maisgenen nachgewiesen worden.
Gefahr auch in Europa
Aber Europa, das dem Anbau gentechnischer veränderter Organismen (GVO) immer noch die Stirn bietet, bildet keine Insel der Glückseligen. Denn der Vormarsch der Agro-Gen-technik ging mit dem des Pflanzengiftes Glyphosat (auch unter dem Produktnamen „Roundup" bekannt) einher. Vor allem deswegen, weil es GVO-Pflanzen verschont, wie dies ein findiger Großkonzern durch Genmanipulation bewerkstelligt hatte. Dieses Glyphosat kommt auch in Deutschland zum Einsatz. Und es wirkt auf die hiesige nicht genmanipulierte Flora „wie eine HIV-Infektion", führte Huber vor Augen. Das Gift greife das Immunsystem der Pflanzen an und töte im Boden die nützlichen Bakterien, während es die schädlichen stärke. Wichtige Nährstoffe gelangten so nicht mehr ins pflanzliche Futter und somit in die Tiere. Auch hier sei Manganmangel und die daraus resultierenden Fruchtbarkeitsschäden die Folge. Die Glyphosat- Rückstände in der menschlichen Nahrung seien ebenso äußerst gefährlich.
In den USA habe man diesbezüglich äußerst fragwürdig reagiert, so Huber. Man habe einfach die zulässigen Grenzwerte auf Anfrage eines Glyphosat-Herstellers erhöht.
JÜRGEN LEYKAMM
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